Die Südostecke

des Marktplatzes in Wismar heute am Morgen um 7:30 Uhr, als die Sonne noch lachte.

Nach rechts läuft die Großschmiedestraße (dort hatte ich früher mal eine ganz Reihe von Jahren meinen Schreibtisch stehen) und nach links die östliche Seite der Marktumfahrung mit Reuterhaus und Altem Schweden am Anfang. In der Häuserzeile liegt auch der Neubau des Hotels „Stadt Hamburg“ – der Vorgängerbau ist auf der 60ger-Postkarte von gestern als „Konsum-Hotel“ zu sehen.

Der Blick hier geht links Richtung Norden bis zu den Fassaden der Straße „Hinter dem Rathaus“.

Nach dem Stadtgang war eine zweistündige Dienstfahrt über Land dran und nun ruft und trommelt der Schreibtisch. Guten Mittwoch!

Gegenwart

Schreibtischpause und ein ganz kurzer Gedanke:

Viele Leute tun gern so, als ob Vergangenheit abstrakte Geschichte sei und nichts mit uns zu tun habe.

Was natürlich Unfug ist.

Bei mir auf dem Schreibtisch wirkte heute z.B. der nun wieder auf allen Kanälen ausgefochtene 2. Weltkrieg ganz praktisch und gegenwärtig fort. Ich schrieb u.a.:

“ … Zu letzteren Personen sind mir die näheren Lebensdaten oder Personenstandsurkunden trotz umfassender Recherchen, offenbar auch wegen der teilweisen Vernichtung der Personenstandsregister in … bei Vorrücken der Roten Armee im Jahre 1945, nicht bekannt geworden. … Die Nachforschungen bei dem Staatsarchiv in Stettin haben ergeben, dass für Herrn X Y und Frau Z Y, geb. A, neben Frau C D, geb. Y, geb. 190x, noch vier weitere ältere Kinder in dort archivierten Unterlagen verzeichnet sind. Dabei handelt es sich um …“ und so weiter und so fort.

Grüße aus 1966

Postkarte aus dem Sommer 1966 – „… sind gut angekommen. Wetter geht soweit. Omas kleinen Wunsch haben wir schon erfüllt, das gab es hier. Dieses Jahr steht das Ferienlager in Zierow noch, nächstes Jahr wird es abgebaut …“ Absender: Zierow, Wismar, Camping-Lager des VEB Bau Karl- Marx-Stadt.

Guck an, wieder was gelernt. Mal eingeborene Zierower fragen, wie oft und wo genau dort (wahrscheinlich eben da, wo heute der große Campingplatz ist) Ferienobjekte den Träger gewechselt haben.

Marktplatz Wismar, Ostseite mit Wasserkunst, Reuterhaus und Altem Schweden – Postkarte, gelaufen, Sommer 1966

Transport

Morgens in Wismar-Wendorf an der Seebrücke. Nein, da schwebt kein Schiff …
da kommt ein Schlepper. Mit ’ner Trosse dran.
Und an der Trosse hängt ein dicker Ponton mit Schiffsteilen (Kabinenelementen), die auf der Werft in Wismar gebaut wurden. Und die nun die Küste entlang zur Schwesterwerft nach Rostock-Warnemünde geschleppt werden.
Dahinter kommt noch ein Schlepper, damit da nichts aus dem Kurs läuft. Aber an diesem Morgen ist es, wie man sieht, erst einmal fast windstill.
Und ab geht es durch das Fahrwasser der Bucht in Richtung offene Ostsee.

Welle

Gutes Wochenende allerseits!

Anmerkung: Ich habe andernorts mehr oder weniger regelmäßig an Donnerstagen und über fast 10 Jahre hinweg kurze Sachen in die Welt gesetzt und die „Donnerstagshaiku“ genannt. Das sind natürlich keine „stilechten“ Haiku, aber grob an der üblichen und vereinfachten deutschen „Haikuform“ orientierte Dreizeiler. Solche selbstgewählten Vorgaben erleichtern ja häufig die Sache.

Vermischtes Getier

Puh. Der Schreibtisch ist voll; die laufenden familiären Verpflichtungen wieder im Normalmodus; die Woche saust so dahin. Und am Wochenende kommt noch lieber Besuch. Aber da bekommen wir bestimmt ein paar ruhige Minuten untergebracht. – Zwischendurch gibt es heute ein paar hoffentlich beruhigende Tierfotos aus dem eigenen Archiv.

Wasser

Hier in Wismar gab es ja gestern am späten Nachmittag auch einen ordentlichen Platzregen mit Riesentropfen und dicker Wasserschicht auf den Straßen; aber wir hatten Glück, denn die richtig großen Gewitter und Starkregengebiete zogen westlich und östlich an uns vorbei.

Rostock hat es innerhalb von zwei Tagen zum zweiten Mal erwischt und wirklich ordentlich was herunter kam auch in Schwerin; Verwandtschaft dort hat Wasser im Keller. All denen, denen es ebenso geht, wünsche ich gute Nerven und viel Erfolg bei den Nacharbeiten! Wasserschippen und -abpumpen im Keller kenne ich auch aus eigener Erfahrung.

Laut Norddeutschem Rundfunk fielen in der Schweriner Innenstadt innerhalb kürzester Zeit 60 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter, was in etwa einer Monatsmenge entspricht. Laut dem Meteorologen Stefan Kreibohm stieg der Pegel des Schweriner Sees – der Fläche nach der viertgrößte See Deutschlands – innerhalb von 45 Minuten um ganze sechs Zentimeter.