Abend am Hafen

Es ist trocken und relativ warm, da machen wir doch mal einen abendlichen Gang zum Hafen von Wismar und klappern die Hafenbecken ab.

Bevor wir zum Hafen kommen machen wir uns aber den Spaß, durch das alte „Wassertor“ zu wandern. Es stammt aus dem Jahr 1450 und ist das letzte verbliebene Stadttor der verschwundenen Befestigungen. Bevor wir die Straße überqueren bringen wir uns für den Dämmerungsspaziergang erst einmal mit einem Blick auf die beleuchtete Bodenplatte im Torweg in die richtige Stimmung.

Das Bild zeigt den Grafen Orlok (Beruf: Vampir) kurz vor Verlassen des Segelschiffes mit dem er in dem Stummfilmklassiker „Nosferatu“ die Stadt „Wisborg“ erreicht. Murnau nutzte mehrere Drehorte in Wismar (Hafen, Wassertor, Marktplatz, Hof der Heilig-Geist-Kirche, Kirchhof vor St. Nikolai), aber es tauchen im Film z.B. auch die Salzspeicher am Lübecker Holstentor als Teil von „Wisborg“ auf.

Da kommt übrigens der Graf mit seinem Bettzeug unter dem Arm gerade durchs Wassertor gewandert, um sich in Wisborg niederzulassen.

Heute Abend begegnen uns allerdings weder Vampire noch besonders viele Menschen, denn an diesem Mittwochabend im Januar werden auch hier am Hafen mangels Kundschaft die Bürgersteige früh hochgeklappt bzw. Geschäfte und Restaurants früh geschlossen.

Auf dem Werftarbeiterwohnschiff „Libra Star“, das mit Landstrom- und Landwasser-/-abwasseranschluss am alten Ausrüstungskai vor der Werft liegt, ist es allerdings hell. Viele haben gerade schichtfrei.

Und hier und dort sind auch noch die Ladekräne in Bewegung.

Aber da wo sich sonst zu entsprechenden Tages- und Jahreszeiten Gäste tummeln ist Ruhe.

Alter Hafen mit Blick auf Marienkirchturm und St. Georgen

Schonerbrigg

Postkarte, gelaufen, 1962
Wismar, Alter Hafen mit dem historischen Wassertor

Was ist das für ein Segelschiff im Hafen, das den (Postkarten-)Fotografen offensichtlich angelockt hat?

Mit Lampe und Lupe lässt es sich auf der Originalkarte am Heck des Schiffes gerade noch lesen, wenn man das Schiff nicht auch so erkennt:

Es ist die zu diesem Zeitpunkt gerade mal 11 Jahre alte stählerne Schonerbrigg „Wilhelm Pieck“, das Segelschulschiff der DDR.

Das 1951 in Rostock-Warnemünde gebaute Schiff gibt es noch. Es gehört heute der Hansestadt Greifswald und dient seit 1991 unter dem Namen „Greif“ weiter als Segelschulschiff. Vgl. auch hier (Website der Greif) und hier (NDR zur Geschichte).

Schwertransport

Frisch vom Strandspaziergang: Das Mittschiff der künftigen „Global Dream“ bei der Schleppfahrt in die Wismarbucht. 200 m lang, 57 m hoch und seit rund 24 h mit 6 Schleppern auf dem Weg von Warnemünde nach Wismar, um hier um Vorder- und Achterschiff ergänzt zu werden. – (Geht also doch, ich dachte ja eigentlich, dass das Fahrwasser das Manövrieren damit gar nicht zulässt.)
Anfang Oktober 2019 am Werftstandort Warnemünde.
Am 23.11.19 bei der Einfahrt zwischen Hohen Wischendorf und Timmendorf/Poel.
Transportsicherung