Fürstenhof

St. Georgen und der Fürstenhof im freundlichen Sommermorgenlicht. Ein Bild von heute wäre trister, denn aktuell gibt’s nur Nieselregen.

Der Fürstenhof in Wismar. Erbaut ab 1512 als Residenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar; während der Schwedenzeit Königliches Hohes Tribunal für die schwedischen Reichslehen im Heiligen Römischen Reich (1653 – 1802), heute Amtsgericht.

Lübsche Straße

Wismar, ein kleiner Teil der Lübschen Straße (die vom Marktplatz nach Westen, Richtung Lübeck, führt).

Das sieht beeindruckend aus. Aber was hat sich vor und hinter diesen Fassaden alles abgespielt …

v.l.n.r:

1) Für das Doppelgiebelhaus sind ab 1668 durchgängig einheitliche Eigentümer verzeichnet. (Vorher ist für das Jahr 1608 im Alten Stadtbuch Christian Tamke als gemeinsamer Eigentümer dortiger älterer Bauten vermerkt.) Das Haus ist auf dem altstädtischen Wasserleitungsplan von 1710 (siehe Foto am Fuß des Postings) mit einem Anschluss verzeichnet. Maueranker im Straßengiebel: „1667“; dendrochronologische Bestimmung: – Dächer: insgesamt 18 Proben, Kiefer, davon 13 Proben „Winter 1665/66“, – Keller: 10 Proben, Eiche, davon 1 Probe „1638“ und 7 Proben „Winter 1762/63“

2) Historischer Straßenseitiger Giebel – Maueranker 1674, (Bauherr Markus Burmeister, Ratsherr ab 1646), mit Wasseranschluss gem. Wasserleitungsplan von 1710 – mit nachgesetztem, verkleinertem Neubau von 1933

3) mittelalterliches Giebelhaus / Brauhaus, angekauft von Markus Burmeister 1670, vom Ursprungsbau hinter der Straßenfassade außer drei Kelleraußenwänden nichts mehr erhalten

4) ähnlich wie vor, mittelalterliche Fassade, Brauhaus; gemäß Wasserleitungsplan 1710 mit Wasserleitungsanschluss, nachgesetzter Neubau; nur Straßengiebel, Kelleraußenwände, die Brandmauern und die Kellerdecke aus der Zeit vor 1700

vgl. Informationssystem „Hausbiographien Wismarer Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts“, Hochschule Wismar 2004.

Wasserleitungsplan Hansestadt Wismar 1710; o.g. Häuser hier rot markiert; oben ist Westen; links unten im Zentrum die Wasserkunst auf dem Marktplatz

Nixe und Nix

Nixe und Nix – Wasserspender von der Wasserkunst – Pitt Ink Pen u. Aquarellfarbe

Gestern war Braufest im Hof des Stadtgeschichtlichen Museums der Hansestadt Wismar im Schabbell-Haus. Das war auch eine Gegenheit, einmal wieder durch die Ausstellung zu wandern und u.a. auch die Originale der beiden bronzenen Wasserspenderfiguren „Nixe und Nix“ der Wismarer Wasserkunst zu besuchen, die im Museum nicht wie an der Wasserkunst nebeneinander, sondern nett einander die Blicke zugewandt aufgestellt sind. – Und im Anschluss ein fixes Geskizzel (mit zugegebenermaßen etwas hingeschlunzten Fischschwänzen) zu machen.

Am Hafen in Wismar

Was das für ein Betrieb war! Der Speicher steht noch …

– Am Hafen in Wismar –

Klabund (Alfred Henschke, 1890 – 1928)

O! als ich Matrose war!
Im Takelwerk der Brigg „Blaa Fugel“ hing!
Mit breiter, brauner Brust Sturm und Sonne fing!
Irrlichter tanzten nachts auf meinem Haar.

O! und in Wismar im Hafen,
Es gab faule Tage, faule Fische und nichts zu tun.
Wir waren dammig dun,
Als wir Anke Hansen trafen.

Ich habe Anke Hansen geliebt.
Wir sind am nächsten Tage heimlich zur Wahrsagerin geflischt,
Und sie hat uns für zwei Groschen aufgetischt,
Dass der Himmel in lauter Glanz gestiebt.

Ich wusste, dass ich sieben Kinder kriege,
Und ein Haus auf der Insel Poel.
Und immer viel Fleisch zu essen und Butter und Mehl –
Am Abend tappte ich zum letzten Mal von ihrer Stiege.

Wir trieben den Morgen draussen auf weiten Förden,
Ich schlug vor Wut den Kapitän.

– Heut hab ich in Wismar am Hafen einen blaublonden Jungen gesehn,
Der wollte Schiffsjunge werden.

Hafen Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1955
Hafen Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1959
Drei Hansestädte auf einem Bild – Ausflugsboot „Stralsund“, Frachter „Greifswald“ und der Alte Hafen von Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1968