Abend am Hafen

Es ist trocken und relativ warm, da machen wir doch mal einen abendlichen Gang zum Hafen von Wismar und klappern die Hafenbecken ab.

Bevor wir zum Hafen kommen machen wir uns aber den Spaß, durch das alte „Wassertor“ zu wandern. Es stammt aus dem Jahr 1450 und ist das letzte verbliebene Stadttor der verschwundenen Befestigungen. Bevor wir die Straße überqueren bringen wir uns für den Dämmerungsspaziergang erst einmal mit einem Blick auf die beleuchtete Bodenplatte im Torweg in die richtige Stimmung.

Das Bild zeigt den Grafen Orlok (Beruf: Vampir) kurz vor Verlassen des Segelschiffes mit dem er in dem Stummfilmklassiker „Nosferatu“ die Stadt „Wisborg“ erreicht. Murnau nutzte mehrere Drehorte in Wismar (Hafen, Wassertor, Marktplatz, Hof der Heilig-Geist-Kirche, Kirchhof vor St. Nikolai), aber es tauchen im Film z.B. auch die Salzspeicher am Lübecker Holstentor als Teil von „Wisborg“ auf.

Da kommt übrigens der Graf mit seinem Bettzeug unter dem Arm gerade durchs Wassertor gewandert, um sich in Wisborg niederzulassen.

Heute Abend begegnen uns allerdings weder Vampire noch besonders viele Menschen, denn an diesem Mittwochabend im Januar werden auch hier am Hafen mangels Kundschaft die Bürgersteige früh hochgeklappt bzw. Geschäfte und Restaurants früh geschlossen.

Auf dem Werftarbeiterwohnschiff „Libra Star“, das mit Landstrom- und Landwasser-/-abwasseranschluss am alten Ausrüstungskai vor der Werft liegt, ist es allerdings hell. Viele haben gerade schichtfrei.

Und hier und dort sind auch noch die Ladekräne in Bewegung.

Aber da wo sich sonst zu entsprechenden Tages- und Jahreszeiten Gäste tummeln ist Ruhe.

Alter Hafen mit Blick auf Marienkirchturm und St. Georgen

Stadtrunde

Der Montagmorgen begann wieder mit einer fixen Runde durch die Altstadt, um diverse Unterlagen einzusammeln und zu verteilen … An ein paar Stellen machen wir noch einmal kurz halt, ok?

Das Schabbell-Haus
an der frischen Grube.
St. Marienkirchturm – An der Stelle des ursprünglichen, kriegsbeschädigten und zu DDR-Zeiten gesprengten Kirchenschiffs sind die Außenmauern und tragenden Innensäulen andeutungsweise neu aufgemauert, um die Größe des Vergangenen zu zeigen.
Nebenbei erinnert: Bestandsaufnahme im alten Boden des Kirchenschiffs noch vorhandener Grabplatten und der mittelalterlichen Säulenfundamente im Sommer 2017.
St. Marienkirchturm mit dem ins Leere führenden Bogenresten und dem“Schatten“ des Dachansatzes des alten Kirchenschiffs – links Fürstenhof und St. Georgen, rechts Dachreiter der Heilig-Geist-Kirche.
Aha. Auf dem Marktplatz wurden die ersten Weihnachtsmarktbuden errichtet und der Baum steht auch vor dem Rathaus. Und die Mecklenburgerstraße ist wieder an der nächsten Kreuzung frei, so dass die Baustellenampel an der Wasserkunst verschwunden ist. Aber wir sind ja eh zu Fuß unterwegs.
Eins der vier Ferkelchen auf der Schweinsbrücke bei St. Nikolai. Natürlich bringt Schnauzereiben auch Glück, das ist doch klar.