Adventsdramolett

 

 „Heute gehen wir Glühwein proben!“
 sprach zur Holden er bestimmt,
 „Weihnachtsfeier! Wunsch von oben,
 dass der Partner teilnimmt!“
 
 
 Auf zum Marktplatz führn die Schritte  
 wo die kleinen Buden stehn
 mit nem Bäumchen in der Mitte
 um das Karussells sich drehn.
 
 
 „Ach, auch der Kollege endlich!
 Na, dann sind wir ja komplett
 und mit all den hübschen Damen
 wird der Abend sicher nett.
 
 
 Und, wo starten wir denn heute?
 Dort wo Glögg und Elchwurst locken,
 oder mitten in der Meute,
 wo die Wham!-Verehrer rocken?“
 
 
 Schiefes Lächeln, hingequälte
 aufgemalte Freundlichkeit,
 dutzendmale schon erzählte  
 Anekdoten, aufgereiht.
 
 
 An der Seite bei den Bäumen
 wird es lauter, man erschrickt;
 aus punschvergornen Heldenträumen
 wird ein handfester Konflikt.
 
 
 Unter falschem Sternenhimmel
 sehn Zwei Sternchen, Keilerei,
 und im Weihnachtsmarktgebimmel
 tönt manch unterdrückter Schrei.
 
 
 Viele trinken, manche essen
 mehr als es geboten wär
 und den Heimweg zu durchmessen
 fällt danach erwartbar schwer.
 
 
 Auf dem Sofa angekommen
 seufzt er, bis er leise spricht:
 „Hat uns ziemlich mitgenommen.
 Nächstes Jahr gehen wir nicht.“ 
(Symbolfoto)

Es wächst und blüht noch

… im Garten. Das sind leider nur Karbol-Champignons (Agaricus xanthodermus). Die sind giftig und nichts für die Pfanne.

Aber die freche Sonneblume kommt noch zur Blüte.

Gestern am Morgen war hier pottendicker Nebel.

Dazu noch nachgetragen ein Donnerstagshaiku:

aus dem Nebelgrau
erst neun Gänse im Pfeilflug
dann ein Kranichpaar

Welle

Gutes Wochenende allerseits!

Anmerkung: Ich habe andernorts mehr oder weniger regelmäßig an Donnerstagen und über fast 10 Jahre hinweg kurze Sachen in die Welt gesetzt und die „Donnerstagshaiku“ genannt. Das sind natürlich keine „stilechten“ Haiku, aber grob an der üblichen und vereinfachten deutschen „Haikuform“ orientierte Dreizeiler. Solche selbstgewählten Vorgaben erleichtern ja häufig die Sache.