Küste

So. Eine berufsbedingte Runde über die Dörfer, die mich auch ein Stück am Wasser entlang führte, wäre für heute erledigt. Fotos gibt es keine mangels Zeit. Da waren im Morgennebelgrau auch nur schemenhafte Alleen und endlose Ackerschläge und ein kurzer Blick auf eine horizontlose Einheit aus Bucht und Himmel zu sehen.

Statt dessen gibt es heute einen Blick nach Le Havre. Die Stadt hat mich bei einem kurzen Besuch unerwartet beeindruckt. Mit der wechselvollen und schwierigen Geschichte im Rücken ist sie sicher nicht „schön“ im herkömmlichen Sinne, aber ehrlich und handfest; wie größere Hafenstädte so sind. Hier nur ein kleiner Blick auf die Reste der Fischerei abseits des riesigen Industriehafens in der Seinemündung:

Ebbe im Fischereihafen
Feste Verkaufsstände beim Fischereihafen mit den Namen der Boote. (Le Flipper z.B. ist das türkisfarbene Boot oben in der Bildmitte.)
Letzter Andrang am späten Vormittag.

Glockenturm

Wir werfen noch einmal ein Blick ins Département Calvados, diesmal in das Hafenstädtchen Honfleur an der Mündung der Seine, gleich südlich von Le Havre.

Am Place St. Catherine steht dort die in der Mitte des 15. Jahrhunderts zweischiffig mit einer umgedrehten Schiffrümpfen ähnelnden Dachkonstruktion von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz erbaute und zu recht denkmalgeschützte Kirche Sainte Catherine.

Gegenüber dem Eingangsportal erhebt sich der separat gebaute Glockenturm der Kirche, ein wunderbar unsymetrisches Gebilde aus grobem Steinfundament, Ziegelmauerwerk, normannischem Fachwerk, schweren steinernen Stützstreben und merkwürdigen hölzernen Turmstützbalken, das bestimmt eine interessante Baugeschichte hat:

Bleistift, A5-Skizzenblock

Testweise mit Farbe angereichert sieht das ungefähr so aus:

SW-Kopie von oben mit Aquarellfarbe

Deauville

Na, Lust auf einen Kurzausflug an die Küste des Ärmelkanals, ins Département Calvados?

Dann gehen wir doch alle kurz nach Deauville, aber nur zum Gucken.

Da wir ja weder Designermode kaufen noch auf die Pferde wetten wollen, genießen wir einfach einen Bummel über die berühmte Promenade „Les Planches“ mit den Badekabinen mit den Namen der Stars, die über die Jahrzehnte das Festival des amerikanischen Films besucht haben, mieten vielleicht einen Schirm und lesen ein wenig in der Strandaußenstelle der Bibliothek.