Besuch

Da bin ich gerade dabei das „8:17“ Bild von der einen kleinen Zoomknipse auf den Rechner zu kopieren, als ein in weiter Entfernung passierender Hubschrauber meine Aufmerksamkeit auf sich lenkt und ich aus dem Fenster schaue. Da ist aber nicht nur der Hubschrauber unterwegs.

Offenbar blicke ich rein Zufällig erstmals seit Tagen zur richtigen Zeit heraus, um den Rotmilan seine gegen den Wind versetzten Runden ziehen zu sehen.

Mist, gerade nun sollte ich die Datenverbindung zwischen Rechner und Kamera lieber nicht trennen.

Also hektisch die andere, ältere Arbeitsdokukamera mit etwas weniger Zoom gegriffen und versucht, etwas zu erwischen.

Der Milan dreht erst etwas weg und ich denke schon, dass es das wohl war und dass er gleich verschwinden wird, aber nein. Ich höre ihn rufen und er scheint zu warten.

Aber worauf?

Kurz darauf kommt aus der Richtung aus der ich ihn beobachte direkt über mir ein zweiter Rotmilan ins Blickfeld.

Zusammen dreht das Paar seine Kreise und schraubt sich höher und höher in den blauen Himmel, bis sie schließlich außer Sicht sind.

Plum Blossom

Another frosty morning with a clear sky here at the southern coast of the Baltic Sea. But there are some clouds sailing in from the West now.

Went to look after the rabbits which are still in their enclosure (seems their escape tunnel isn’t finished yet) and found the first two plum blossoms of the year on the tree in the back garden. Have a nice day!

Wächter

Auf dem Morgengang, dessen Häufigkeit momentan auch eingeschränkt ist, ein paar Bilder von den grimmigen Löwen- (und Dämonen-?)wächtern in der Toreinfahrt des Fürstenhofes gemacht.

Die Toreinfahrt durchquert den Gebäudeteil des „Neuen Hofes“, den 1553-54 Herzog Johann Albrecht I. anlässlich seiner Hochzeit mit Anna Sophie von Preußen als dreigeschossiges Bauwerk nach oberitalienischen Vorbildern, insbesondere aus Ferrara, als erstes bedeutenden Renaissance-Bauwerk Mecklenburgs errichten ließ.

Als ich gestern am Morgen aus dem Fester sah, zog eine Rauchwolke vom Gebiet der Holzwerke nach Nordosten. Nachts hatte eine große Holzrestehalde Feuer gefangen und beschäftigte den ganzen Tag die Wehren aus Wismar und Umgebung. Die Rauch- und Dampffahnen waren noch bis zum Abend zu sehen.

Die Abkömmlinge werkeln noch an Schulkrams, „Ferien“ sind ja erst ab heute Nachmittag. Der Rest der Familie hat auch nächste Woche nicht „frei“ und muss Heim- und Büroarbeit absolvieren. Hintergrundbeschallung zum Heimschreibtisch heute zunächst mal: Jamie Cullum „Twentysomething“ und Vince Guaraldi Trio mit „Peanuts Greatest Hits“ von Offlinekonserve. Und für danach finden wir dann auch noch was. – Die Kaninchen arbeiten derweil unbeeindruckt von der Weltlage an ihrem nächsten Ausbruchstunnel aus dem Gehege. Mal sehen, wo die dann rauskommen. – Eine Gartenbank zum auffrischenden Anstreichen vorgeschliffen.

In der Stadt

Wasserkunst, Marktplatz, Wismar

Gestern zu notwendigen Gängen in der Altstadt gewesen. Auch hier alles etwas gespenstisch. Zerrt und zehrt doch langsam an den Nerven. Dazu noch das verstohlene Hineinhorchen in den eigenen Körper. Brrr. Es hilft wohl nur Ablenkung durch sonstige Betätigung. – Dann haltet mal weiter die Ohren steif.

Die von ca. 1579 bis 1602 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin im Stil der niederländischen Renaissance erbaute Wasserkunst (es gab da Probleme mit der Finanzierung und dem Material) kratzt das alles nicht, sie steht unter dem anhaltend blauen Himmel und die goldfarbenen Schriften und Verzierungen leuchten in der Sonne. Die regenwasserspeienden Drachen an den Dachecken haben nichts zu tun und recken ihre Köpfe in die Luft.

Eine lateinische Umschrift auf dem Bauwerk wurde im 19. Jahrhundert nach einer Grundrestaurierung des Bauwerks durch eine deutsche Inschrift ergänzt. Diese lautet: „Brunnen, Wasser in Tonnen verkauft, und eine Leitung die Grube entlang, befriedigten nicht die Bedürfnisse der Stadt, und deshalb führte man 1571 durch Röhren frisches Quellwasser von Metelsdorf auf den Markt. Kriegsnoth wegen richtete man 1682 das Pumpwerk ein, welches Flusswasser aus dem Mühlengraben herbeibrachte und vereinigte beides Wasser nach der Belagerung von 1715. Des Behälters Schadhaftigkeit und Kleinheit wegen ist die alte Kunst bis auf den Grund niedergenommen und neu eingerichtet, vergrößert wieder erbaut worden im Jahre 1861. Möge durch des barmherzigen Gottes Gnade der Fleiß und die Treue der Vorsteher auf lange Zeit hin dies der Gesundheit, Reinlichkeit und öffentlichen Sicherheit gewidmete Werk unserer Stadt erhalten.“

Hafen

In der Reihe „Wismarer Stadtansichten aus der Konserve“ heute ein Foto des alten Hafens im Nachmittagslicht, Februar 2018.

Im Vergleich dazu eine Postkarte mit erhöhtem Blickwinkel aus den 1930ger Jahren. Am äußersten linken Bildrand sieht man darauf noch einen Teil des Wassertors, oben links die noch unzerstörte komplette Marienkirche, daneben nach rechts die Dächer von Heilig-Geist-Kirche (mit Dachreiter) und (dahinter) Fürstenhof und ganz rechts St.Georgen.

Frühlingsanfang!

Morgengruß aus dem Garten mit der ersten Blüte der Stern-Magnolie!

In other news und mittlerweile fast etwas albern: Dieses Jahr haben/hätten die Abkömmlinge früh Sommerferien in M-V gehabt. So früh, dass ich das erste mal seit Studententagen Gelegenheit für eine ganze Kieler Woche mit freiem Programmrosinenpicken gehabt hätte. Wie natürlich erwartet und inzwischen auch offiziell ist auch das, wie so vieles andere, perdu. – Gucken wir halt hier aufs Wasser und flöten uns selbst was vor:

Wismar, Mühlenteich, Sonntag, den 15.03.2020

Wenn der Schreibtisch etwas leerer geworden ist, ist die Planung für Aufräum- und vom Umfang her im Notfall mit Bordmitteln noch abschließbare Reparaturarbeiten dran. – (Eigentlich ist das ja auch ein Tom-Sawyer-kannst-mir-mal-den-Zaun-von-außen-streichen-Moment. Wobei mir gerade fürs Blog noch eine Idee kommt.)

Neu ordnen

und dabei weiter die Lage beobachten.

Heimbürotag. – Die Abkömmlinge haben den Tag mit einer Laufrunde und einem kurzen Workout begonnen. Fein fein. – Danach gab es Frühstück und ich war auch deutlich ruhiger und glücklicher, nachdem ich meine vermisste Bankkarte wieder in Empfang nehmen konnte. Die war, wie ich rekonstruiert hatte, Ende letzter Woche nach dem Einkaufen/Bezahlen zuletzt von mir benutzt worden und ein unbekannter Wohltäter hat sie im betreffenden Laden abgegeben. Wenn ich sie da heute früh nicht bekommen hätte hätte ich sofort den Sperrspaß angefangen. – Nun, am Vormittag, gehen für den größeren Abkömmling so langsam über den Schulserver die Arbeitsaufträge der einzelnen Fachlehrer ein, jeweils versehen mit den erwarteten Rücksendedaten/-fristen. Das läuft also an. – Bis das beim kleineren Abkömmling auch beginnt hat der erstmal Radio an, der NDR hat seinen Sonderkanal NDR Info Spezial für ein ausgebautes Kinderprogramm freigeräumt und sendet das nun also. Dauerhaftes Youtubegucken hab ich ihm schon abgeschminkt. – Ich wollte noch kurz via Web ein ausgeliehenes Papierbuch verlängern und sehe, dass unsere Stadtbibliothek ab heute auch geschlossen und gleichzeitig automatisch alle Abgabefristen verlängert hat bzw. dabei ist das zu tun. – Nachdem die Schleswig-Holsteiner gestern die Inseln für Touristen gesperrt haben ziehen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern heute nach. „Unsere Insel um die Ecke“, die Insel Poel, ist damit auch für uns erstmal nicht ansteuerbar, da wir da weder wohnen noch arbeiten. Richtig so. – Die sonstigen Ziele, also Küstenorte (an denen am Wochende wider alle Vernunft auch hier der Bär los gewesen sein soll) und die bevorzugten Urlaubsorte im Binnenland werden mit Sicherheit zeitnah auch für den Fremdenverkehr gesperrt werden. – Denn haltet mal die Ohren steif!