Schwedenkopf

Berufsschifffahrt passiert die Dalben mit den Schwedenköpfen an der Hafeneinfahrt von Wismar.

Commercial traffic passing the starboard blue and yellow „Swedeshead“, entering the port of Wismar.
Postkarte, Hafeneinfahrt Wismar mit Schwedenkopf, gelaufen, 1952
„Windböe“ Geskizzel, Filzstifte, A5-Skizzenbuch

Am Hafen in Wismar

Was das für ein Betrieb war! Der Speicher steht noch …

– Am Hafen in Wismar –

Klabund (Alfred Henschke, 1890 – 1928)

O! als ich Matrose war!
Im Takelwerk der Brigg „Blaa Fugel“ hing!
Mit breiter, brauner Brust Sturm und Sonne fing!
Irrlichter tanzten nachts auf meinem Haar.

O! und in Wismar im Hafen,
Es gab faule Tage, faule Fische und nichts zu tun.
Wir waren dammig dun,
Als wir Anke Hansen trafen.

Ich habe Anke Hansen geliebt.
Wir sind am nächsten Tage heimlich zur Wahrsagerin geflischt,
Und sie hat uns für zwei Groschen aufgetischt,
Dass der Himmel in lauter Glanz gestiebt.

Ich wusste, dass ich sieben Kinder kriege,
Und ein Haus auf der Insel Poel.
Und immer viel Fleisch zu essen und Butter und Mehl –
Am Abend tappte ich zum letzten Mal von ihrer Stiege.

Wir trieben den Morgen draussen auf weiten Förden,
Ich schlug vor Wut den Kapitän.

– Heut hab ich in Wismar am Hafen einen blaublonden Jungen gesehn,
Der wollte Schiffsjunge werden.

Hafen Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1955
Hafen Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1959
Drei Hansestädte auf einem Bild – Ausflugsboot „Stralsund“, Frachter „Greifswald“ und der Alte Hafen von Wismar, Postkarte, gelaufen, ca 1968

Kaffeerunde

um 7:30 Uhr durch den Garten. Kommt jemand mit?

Erstmal der Kaffee.

Der Himmel ist bemerkenswert blau, und es geht überraschenderweise kein Wind.

Von einem entfernten Nachbargrundstück, so ca. hundert Meter weiter, hört man aus einem großen alten Baum eine Starenhorde ihr Morgenpalaver abhalten.

Nachher verteilen sie sich haufenweise in die Gärten; die Holunderbeeren bei mir brauche ich auch schon nicht mehr zu ernten, das haben die schon erledigt. Na, es sei ihnen gegönnt.

Es sind noch ein paar Schwalben unterwegs, aber so wie ich das sehe ist der erste große Schwung schon abgereist.

Vor zwei Wochen luftakrobateten die Rauchschwalben noch zu Dutzenden hier herum. Das ist wohl vorbei.

Dann gibts Frühstück für die gefährlichen Kaninchen. Gemüseschnippsel aus der Küche, ´n beten wat ton knabbern un abenop für jetzt nur eine Handvoll Gras von der Wiese als Gruß aus der Küche. (Erwähnte ich bereits, dass das eigentlich gar nicht meine sind? Naja.)
Im Hasel wartet noch jemand auf die ersten Sonnenstrahlen. Scheint auch noch nicht so ganz ausgeschlafen zu sein.
Noch gibt es Rosenblüten.
Und zum Schluss die große Frage: Wird diese freche Sonnenblume noch blühen?
Schönen Samstag!

Landpartie

Am letzten Sonnabend war es hier ja nochmal richtig heiß. Aber wir waren trotzdem mit Freunden nicht am Wasser, sondern im Binnenland unterwegs.

Für einen kurzen Eindruck mancher Ansichten der am brütend-stickigen Samstagspätnachmittag fast völlig leeren Ortsdurchfahrten der Mecklenburger Landstädtchen und von Gegenden dazwischen gibt es hier mal ein paar Fotos vom Beifahrersitz.

In den Städtchen gibt es natürlich auch Supermärkte der üblichen Ketten, Neubaugebiete mit den üblichen Einfamilienhaustypen gesamtdeutschen Geschmacks etc., aber das kennt ihr ja alles. (Wer hier Bescheid weiß wird merken, dass die Bilder durcheinandergemischt sind. In dieser Reihenfolge bekommt man sie vor Ort nicht zu sehen.)

Die Südostecke

des Marktplatzes in Wismar heute am Morgen um 7:30 Uhr, als die Sonne noch lachte.

Nach rechts läuft die Großschmiedestraße (dort hatte ich früher mal eine ganz Reihe von Jahren meinen Schreibtisch stehen) und nach links die östliche Seite der Marktumfahrung mit Reuterhaus und Altem Schweden am Anfang. In der Häuserzeile liegt auch der Neubau des Hotels „Stadt Hamburg“ – der Vorgängerbau ist auf der 60ger-Postkarte von gestern als „Konsum-Hotel“ zu sehen.

Der Blick hier geht links Richtung Norden bis zu den Fassaden der Straße „Hinter dem Rathaus“.

Nach dem Stadtgang war eine zweistündige Dienstfahrt über Land dran und nun ruft und trommelt der Schreibtisch. Guten Mittwoch!

Grüße aus 1966

Postkarte aus dem Sommer 1966 – „… sind gut angekommen. Wetter geht soweit. Omas kleinen Wunsch haben wir schon erfüllt, das gab es hier. Dieses Jahr steht das Ferienlager in Zierow noch, nächstes Jahr wird es abgebaut …“ Absender: Zierow, Wismar, Camping-Lager des VEB Bau Karl- Marx-Stadt.

Guck an, wieder was gelernt. Mal eingeborene Zierower fragen, wie oft und wo genau dort (wahrscheinlich eben da, wo heute der große Campingplatz ist) Ferienobjekte den Träger gewechselt haben.

Marktplatz Wismar, Ostseite mit Wasserkunst, Reuterhaus und Altem Schweden – Postkarte, gelaufen, Sommer 1966