Stadtrunde

Der Montagmorgen begann wieder mit einer fixen Runde durch die Altstadt, um diverse Unterlagen einzusammeln und zu verteilen … An ein paar Stellen machen wir noch einmal kurz halt, ok?

Das Schabbell-Haus
an der frischen Grube.
St. Marienkirchturm – An der Stelle des ursprünglichen, kriegsbeschädigten und zu DDR-Zeiten gesprengten Kirchenschiffs sind die Außenmauern und tragenden Innensäulen andeutungsweise neu aufgemauert, um die Größe des Vergangenen zu zeigen.
Nebenbei erinnert: Bestandsaufnahme im alten Boden des Kirchenschiffs noch vorhandener Grabplatten und der mittelalterlichen Säulenfundamente im Sommer 2017.
St. Marienkirchturm mit dem ins Leere führenden Bogenresten und dem“Schatten“ des Dachansatzes des alten Kirchenschiffs – links Fürstenhof und St. Georgen, rechts Dachreiter der Heilig-Geist-Kirche.
Aha. Auf dem Marktplatz wurden die ersten Weihnachtsmarktbuden errichtet und der Baum steht auch vor dem Rathaus. Und die Mecklenburgerstraße ist wieder an der nächsten Kreuzung frei, so dass die Baustellenampel an der Wasserkunst verschwunden ist. Aber wir sind ja eh zu Fuß unterwegs.
Eins der vier Ferkelchen auf der Schweinsbrücke bei St. Nikolai. Natürlich bringt Schnauzereiben auch Glück, das ist doch klar.

Kühl und klar

war die Luft gestern. Da konnte man von der Hafenspitze hinter dem Baumhaus aus fein die Details ein paar tausend Meter weiter drüben in Wendorf am Yachthafen und an der Seebrücke ausmachen. Und dazwischen trockneten sich Kormorane und Möwen in der Novembersonntagssonne.

Und das Licht leuchtete quer durch die großen Fenster der St. Georgen Kirche.

Der Koggennachbau „Wissemara“ (vgl. dazu auch das Posting „Die „Poeler Kogge““) liegt im Hafen. Die Ausflugstörnsaison ist vorbei.

Eine kleine Stadtrunde

durch das sommerliche Wismar

Fürstenhof und Marienkirchturm
Blick von St. Georgen Richtung Bucht und Werft
Momentan wird der neue Werftkran (hellblaue Basis, neben dem Wohnschiff für Werftarbeiter) aufgerichtet. Im November wird er, fertig zusammengesetzt, fast 125m hoch sein.
Vorn zu sehen ist die Heilig-Geist-Kirche, dahinter St. Nikolai.
Maßwerkfenster, St. Georgen
Heilig-Geist-Kirchhof an der Straße „Neustadt“

Besonders „neu“ sieht das ja nicht aus, mit dem Westgiebel der u.a. wegen ihrer prachtvollen Holzdecke sehenswerten mittelalterlichen Heiligen-Geist-Kirche an der Ecke Neustadt/Lübsche Straße und der Hofmauer des Heilig-Geist-Hospitals? – Nun, die Spitalkirche mit ihren Räumen für Bedürftige, Kranke und Pilger stand ursprünglich direkt an der ersten Stadtmauer und westlichen Stadtgrenze. – Nach der baldigen Erweiterung der Altstadt im Mittelalter war die angrenzende Straße dann eben die erste Straße der Neustadt in der Altstadt von Wismar und so heißt diese bis zum Hafen verlaufende Straße bis heute „Neustadt“. – Ergänzung: Ich habe mir die Sache dann noch einmal durch den Kopf gehen lassen und möchte der Vollständigkeit halber feststellen, dass das nicht die ganz übergangslose Wahrheit sein wird: Ein Nachgraben beim vortrefflichen Herrn Friedrich Techen, der nahezu unangreifbaren Autorität für alles geschichtlich Wismarsche was Archivalien und Überlieferung bis zu seiner ordnenden Hand als Ratsarchivar betrifft, in dessen Aufsatz „Die Straßennamen Wismars“ von 1901 zeigt mir, dass er als erste Bezeichung der heutigen „Neustadt“  vielmehr „fossa sancti Spiritus“ bzw. „fovea sancti Spiritus“, also „Graben bzw. Grube bei Heilig Geist“ gefunden hat und erst etwas später „nova civitas“ kommt. Das nur der Vollständigkeit halber und bevor jemand sich beklagt.
Am Alten Hafen, Fischereigenossenschaft Wismarbucht e.G.
Am Alten Hafen, Fischereigenossenschaft
St. Nikolai an der Frischen Grube

St. Georgen

Das Sonnenlicht fällt heute schön durch die hohen Fenster von St. Georgen.

Dann sehen wir uns noch einmal ein wenig im Kirchenschiff um.

Wer möchte, der kann ja auch noch in einer der alten Seitenkapellennischen eine Kerze spenden und etwas nachdenken -auch wenn St. Georgen heute hauptsächlich als Ort für Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen und sonstige Veranstaltungen dient ist es weiterhin eine Kirche und es finden auch zu besonderen Terminen im Jahr Gottesdienste statt.

Wir besuchen erst einmal den Heiligen Georg in seinem dramatischen Kampf mit dem Drachen. Diese Malerei hat die Jahrhunderte und insbesondere die Zeit der Teilzerstörung der Kirche zwischen 2. Weltkrieg und 1990 zum Glück überstanden.

Und dann schauen wir uns noch die Gewölbe und insbesondere ein paar der Kragsteine an.

Sogar ein Dämon ist dabei.
Blick vom Hafen auf St. Georgen

St. Georgen zu Wismar – dreischiffige Basilika, norddeutsche Backsteingotik, Baubeginn ca. 1320 als Ersatz für eine ältere Vorgängerkirche, Gewölbehöhe des Hauptschiffes: 35 Meter