Kühl und klar

war die Luft gestern. Da konnte man von der Hafenspitze hinter dem Baumhaus aus fein die Details ein paar tausend Meter weiter drüben in Wendorf am Yachthafen und an der Seebrücke ausmachen. Und dazwischen trockneten sich Kormorane und Möwen in der Novembersonntagssonne.

Und das Licht leuchtete quer durch die großen Fenster der St. Georgen Kirche.

Der Koggennachbau „Wissemara“ (vgl. dazu auch das Posting „Die „Poeler Kogge““) liegt im Hafen. Die Ausflugstörnsaison ist vorbei.

Wiederholungen sind notwendig

damit die notwendige Tätigkeit zur Zierde der Stadt, Bequemlichkeit der Einwohner (und Gäste) und nicht zuletzt zur Erhaltung der Gesundheit nicht in Vergessenheit gerät! Nun ist Blätterfallzeit und bald ist ja eventuell auch wieder etwas Schneefegen angesagt. Also Bürger, prüft die Besen und nutzt sie! (Die Laubsauger, na ja, muss nicht sein. Was ich aber nie verstehen werde ist die Verlagerung des Problems durch „Laubbläser“).

Allein die Vorrede sollte für heute als Erinnerung reichen:

Fürstenhof

St. Georgen und der Fürstenhof im freundlichen Sommermorgenlicht. Ein Bild von heute wäre trister, denn aktuell gibt’s nur Nieselregen.

Der Fürstenhof in Wismar. Erbaut ab 1512 als Residenz der mecklenburgischen Herzöge in Wismar; während der Schwedenzeit Königliches Hohes Tribunal für die schwedischen Reichslehen im Heiligen Römischen Reich (1653 – 1802), heute Amtsgericht.

Lübsche Straße

Wismar, ein kleiner Teil der Lübschen Straße (die vom Marktplatz nach Westen, Richtung Lübeck, führt).

Das sieht beeindruckend aus. Aber was hat sich vor und hinter diesen Fassaden alles abgespielt …

v.l.n.r:

1) Für das Doppelgiebelhaus sind ab 1668 durchgängig einheitliche Eigentümer verzeichnet. (Vorher ist für das Jahr 1608 im Alten Stadtbuch Christian Tamke als gemeinsamer Eigentümer dortiger älterer Bauten vermerkt.) Das Haus ist auf dem altstädtischen Wasserleitungsplan von 1710 (siehe Foto am Fuß des Postings) mit einem Anschluss verzeichnet. Maueranker im Straßengiebel: „1667“; dendrochronologische Bestimmung: – Dächer: insgesamt 18 Proben, Kiefer, davon 13 Proben „Winter 1665/66“, – Keller: 10 Proben, Eiche, davon 1 Probe „1638“ und 7 Proben „Winter 1762/63“

2) Historischer Straßenseitiger Giebel – Maueranker 1674, (Bauherr Markus Burmeister, Ratsherr ab 1646), mit Wasseranschluss gem. Wasserleitungsplan von 1710 – mit nachgesetztem, verkleinertem Neubau von 1933

3) mittelalterliches Giebelhaus / Brauhaus, angekauft von Markus Burmeister 1670, vom Ursprungsbau hinter der Straßenfassade außer drei Kelleraußenwänden nichts mehr erhalten

4) ähnlich wie vor, mittelalterliche Fassade, Brauhaus; gemäß Wasserleitungsplan 1710 mit Wasserleitungsanschluss, nachgesetzter Neubau; nur Straßengiebel, Kelleraußenwände, die Brandmauern und die Kellerdecke aus der Zeit vor 1700

vgl. Informationssystem „Hausbiographien Wismarer Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts“, Hochschule Wismar 2004.

Wasserleitungsplan Hansestadt Wismar 1710; o.g. Häuser hier rot markiert; oben ist Westen; links unten im Zentrum die Wasserkunst auf dem Marktplatz