Atlas dt. Alltagssprache

Oh. Das hatte ja etwas gedauert.

Aber zum Jahreswechsel hat Prof. Dr. Elspaß (Fachbereich Germanistik der Uni Salzburg) für die Projektgruppe „Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)“ mal wieder eine E-Mail geschickt. Diesmal mit Link zu den Ergebnissen der 11. Fragerunde (http://www.atlas-alltagssprache.de/elfte-runde) wo man z.B. erfahren kann, „wie in unterschiedlichen Gegenden in den deutschsprachigen Ländern und Gebieten Europas der ‘abgegessene Apfelrest’, die ‘Gemeine Stechmücke’ oder das ‚kleine Glas für Schnaps’ genannt wird, wo man ein „weiches b“ und ein „hartes b“ unterscheidet, wann man wo am Tisch „Mahlzeit“ sagt oder aber „Einen Guten!“ wünscht, und vieles andere mehr.“

Und man würde sich wieder freuen, wenn möglichst viele Leute mitmachen bei der 12. Fragerunde, die man auf unter dem Feld „Aktuelle Umfrage: Zwölfte Runde“ unter http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-12-fragebogen findet. Dort landet man beim aktuellen Fragebogen mit Fragen – in 8 Gruppen – zum lokalen Sprachgebrauch. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa 15 Minuten.

(Disclaimer: Mein bester Schulfreund hat sich, aus mir bis heute nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, auf die Germanistik und Linguistik geworfen und es da zu akademischen Weihen gebracht und so bin ich vor vielen Jahren auch auf dem E-Mail-Verteiler seines Kollegen gelandet. Dient der Wissenschaft und ist interessant und amüsant. Warnung: Wenn man die Karten angeguckt hat will man auch selbst mitmachen.)

Unterwegs

Aus einem älteren Reisejournal über eine Rucksacktour nach Cornwall, GB (Puh, ist das lange her ….):


“ 8. Tag … Das auffälligste Gebäude in der Stadt Falmouth ist, sieht man einmal von der vorgelagerten Festung Pendennis Castle ab, sicher der gedrungene elisabethanische Bau von Arwenack House, Sitz der Gründungsfamilie der Stadt, der Killigrews.

F.W.L. Stockdale berichtet in seinen „Excursions through Cornwall“ (London,1824), es existiere eine alte handschriftliche Familienchronik, die die Entstehung des Hafens mit dem berühmten Seefahrer Sir Walter Raleigh vernüpft. Auf einer Rückreise von Guinea habe dieser seine Schiffe in den natürlichen Hafen der Carrick Roads gelenkt und neben Arwenack House sei, abgesehen von einigen Fischerhütten, nur eine einzige andere Unterkunft vorhanden gewesen und damit zu wenig Platz, um die seemüden Mannschaften zu beherbergen.

Nach Raleighs Vorschlag seien danach für die Bewirtung von Seefahrern vier neue Häuser hinzugebaut und damit der Kern der Stadt geschaffen worden.

Während des Bürgerkrieges fanden sich Angehörige der Familie auf beiden Seiten und im Zusammenhang mit den Konflikten mit Spanien wird berichtet, dass ein Killigrew versuchte, die (dem König gehörige) Halbinsel Pendennis samt Festung auf eigene Rechnung an den spanischen König zu verkaufen. Auch soll die Familie an dem in Cornwall verbreiteten Schmuggel und der Piraterie zu Zeiten gut verdient haben.

Sogar ein weibliches Familienmitglied, Lady Jane Killigrew, habe im Jahre 1633 mit einer Bande von Helfern zwei friedlich im Hafen liegende holländische Handelsschiffe überfallen, die Eigner erschlagen und zwei Fäßchen mit spanischen Goldmünzen erbeutet. Sie sei danach in die naheliegende Stadt Penryn geflohen und dort nur durch den Einfluß der Familie dem Galgen entkommen, während ihre Gesellen exekutiert worden seien.

Tatsächlich findet sich im Stadtschatz von Penryn ein Silberpokal mit der Gravur „From maior to maior to the town of Permarin, when they recieved me that was in great misery, Jane Killigrew, 1633“.

Eine etwas prosaischere Erklärung als die Seeräuberanekdote ist die, Lady Jane habe sich von ihrem Mann Sir John Killigrew getrennt und sei von den Einwohnern und dem Stadrat von Penryn vor ihm geschützt worden.

In Penryn, der älteren und vorher wirtschaftlich bedeutenderen Stadt, war man auf das nachbarliche Falmouth und dessen steilen wirtschaftlichen Aufstieg offenbar nicht gut zu sprechen.

Unweit von Arwenack House befindet sich das ehemalige Zollgebäude und bei ihm ein alter ziegelgemauerter Schornstein. Der dortige Ofen diente in früheren Zeiten auch dazu, sichergestellten Schmuggeltabak zu verbrennen, so dass der Schornstein in der Stadt auch als „The Kings Pipe“ bekannt ist. … “

Wer weiß was kommt.

Eventuell gewinnt ja das cornishe Schmugglerwesen auch wieder mehr an Bedeutung.

Unter den Mitbringseln von damals befindet sich auch ein tea towel mit einer Abwandlung von Kiplings „A Smuggler’s Song“. Hier die Version, die die Kipling Society verbreitet:

„IF you wake at midnight, and hear a horse’s feet,
Don’t go drawing back the blind, or looking in the street,
Them that ask no questions isn’t told a lie.
Watch the wall my darling while the Gentlemen go by.

Five and twenty ponies,
Trotting through the dark –
Brandy for the Parson, ‚Baccy for the Clerk.
Laces for a lady; letters for a spy,
Watch the wall my darling while the Gentlemen go by!

Running round the woodlump if you chance to find
Little barrels, roped and tarred, all full of brandy-wine,
Don’t you shout to come and look, nor use ‚em for your play.
Put the brishwood back again – and they’ll be gone next day !

If you see the stable-door setting open wide;
If you see a tired horse lying down inside;
If your mother mends a coat cut about and tore;
If the lining’s wet and warm – don’t you ask no more !

If you meet King George’s men, dressed in blue and red,
You be careful what you say, and mindful what is said.
If they call you “ pretty maid,“ and chuck you ’neath the chin,
Don’t you tell where no one is, nor yet where no one’s been !

Knocks and footsteps round the house – whistles after dark –
You’ve no call for running out till the house-dogs bark.
Trusty’s here, and Pincher’s here, and see how dumb they lie
They don’t fret to follow when the Gentlemen go by !

‚If You do as you’ve been told, ‚likely there’s a chance,
You’ll be give a dainty doll, all the way from France,
With a cap of Valenciennes, and a velvet hood –
A present from the Gentlemen, along ‚o being good !

Five and twenty ponies,
Trotting through the dark –
Brandy for the Parson, ‚Baccy for the Clerk.
Them that asks no questions isn’t told a lie –
Watch the wall my darling while the Gentlemen go by !“