Hasenvariationen – 3

Moin! Bevor wir zu Variation Nr.3 kommen: Mich beschäftigt gerade eine Nachricht in Bezug auf den Virus. Wer davon die Nase voll hat liest erst bei der nächsten Zwischenüberschrift weiter.

Bei solchen Dingen wie dem aktuellen Virusgeschehen gibt es ja mehrere Stufen der „Betroffenheit“, gemessen an der gefühlten „Entfernung“ der Ereignisse. Nach der medial vermittelten Information von Zahlen folgt die mediale Vermittlung von Einzelschicksalen, dann erste persönliche Anknüpfungspunkte usw. – Ich habe heute etwas aus einem anderen Bundesland gehört, was mich „zum Glück“ erstmals auf diese erste persönliche Stufe bringt, denn jemand, den ich „vom Sehen“ kannte, wenn ich mit ihm persönlich über ein Kopfnicken hinaus auch nie zu tun hatte, ist an Komplikationen gestorben. Männlich also, Anfang 60. Mift. Seine Witwe, die natürlich nicht dabei sein konnte, sitzt in der Ehewohnung in Quarantäne fest. Doppelter Mift. – Passt auf euch auf und bleibt gesund! – Damit genug dazu und zurück zu den Hasenvariationen.

Morgennebel

Der Rest der Zigarette flog in einem Bogen auf den Sandweg und Paul Fox schlug den Mantelkragen hoch, um sich den Morgennebel vom Hals zu halten.

Nachdenklich drehte er sich zu den Männern von der Spurensicherung um, die einen im feuchten Gras liegenden offenen orangefarbenen Rollkoffer fotografierten.

Eigentlich gab es nicht viel zu sehen, denn der Koffer war, von einem Handtuch mit aufgedruckten hellgrünen Salatblättern abgesehen, völlig leer.

Von dem Wagen, dessen Motorhaube unter dem Wasser des kleinen Flusses verschwunden war und aus dessen offener Heckklappe der Koffer wohl stammte, hatten sie genug Bilder gemacht.

Fox hustete trocken, als ein uniformierter Beamter mit einem kleinen Büchlein in der einwegbehandschuhten Hand ihn ansprach. „Inspektor, das ist wirklich merkwürdig. Auch wenn das Kennzeichen aussieht, als wäre es aus der Gegend, ist weder eine Zulassung noch ein Halter feststellbar. Außerdem sind hier keine Fußspuren zu finden. Aber Jones sagt, hier sähe es aus wie im Spurenkabinett der Jägerschule auf der er war. Jones hat ja ’nen Jagdschein, wissen sie. Ähm, ich meine, er meint, hier wären haufenweise Hasen und Wildschweine und Marder gewesen.“

Paul Fox seufzte, während sich auf der anderen Seite des Flusses langsam die ersten Stahlen der aufgehenden Sonne durch den Nebel kämpften.

Hasenvariationen – 2

Eine Konferenz im Walde

Aufgeschreckt von dem Geschehen
fand man sich nun doch zusammen,
tagte in der dunklen Höhle, in der warmen dunklen Höhle,
die dem Bären dient zur Wohnung.

Alle waren sie gekommen.
Wildkaninchen, ganze Horden,
Waschbären, samt verheulter Kinder,
eine Wildgans (ojib.: „Wawa“)
und das Hörnchen, Adijdaumo,
und noch viele, viele Tiere, nachgrad‘ ungezählte Massen,
eng wars in der dunklen Höhle.

„Was ist nun zu tun?“ sprach Eule,
und fast alle war’n der Meinung,
dass man Hase suchen müsste
hinter Felsen, unter Bäumen,
an den Ufern klarer Bäche, die im Frühling fröhlich plätschern,
suchen, bis man ihn gefunden.

Doch der Fuchs gab zu bedenken
dass die Suche dauern könnte,
länger als bis Ostermontag
und man säße in der Patsche
essig wär‘ es dann mit Ostern und es kriegte keiner Eier.
(Nun heulten die Hörnchenkinder.)

Besser wär‘ es zu verteilen,
was an Arbeit zu verrichten,
damit Ostersonntag da sei,
was zum Osterfest gehöre
und die lustig bunten Eier, sei’s vom Huhn, sei’s Schokolade,
in den kleinen Körbchen lägen.

Und die Eule sage „Gut denn,
wer will mit uns dafür schaffen,
und gemeinsam dafür sorgen,
dass am Ostertage da ist was wir sonst schmerzlich vermissen,
nicht allein der Kinder wegen?“

Da herrschte auf einmal Stille,
mancher schaute scheu zu Boden,
and’re interessiert nach oben,
an des Bären Höhlendecke, ob’s da was zu sehen gäbe,
was grad‘ Inspektion erford’re.

(Ich pflichte Lewis Carroll bei, das was Longfellow da getrieben hat, ist ganz einfach, unterhaltsam, aber auf die Dauer etwas ermüdend. Das „Photographing“ ist aber sehr L.C. und wunderbar. … ;o) )

Hasenvariationen – 1

Von andernorts und, wie gerade sehe, schon sechs Jahre alt, sind ein paar Hasenschreibkurzskizzen. Ich hatte seinerzeit mit jemand anderem, nun, nennen wir es „Literatur-Genre-Quatsch-Pingpong“ gespielt, und daher fehlt hier dann seine Hälfte. Aber das macht wohl nichts, weil der Zusammenhang sowieso nur ein sehr lockerer war. Bis Ostern also etwas aus meiner damaligen Hasenschreibwerkstatt.

Hasenvariationen – Teil 1

Niemand in der Nachbarschaft hatte damit gerechnet, dass der Osterhase seine im Gespräch hingeworfene Ankündigung wirklich in die Tat umsetzen würde und so waren alle, die ihn am Donnerstag, den 09. April gegen 11:00 Uhr seine beiden orangefarbenen Rollkoffer in den Wagen wuchten sahen, einigermaßen überrascht.

Tatsächlich waren sie so überrascht, dass einige Zeit verging, bis einer der Nachbarn darauf kam, ihm zuzurufen: “Äh, wann wirst Du denn wieder zurück sein? Diesen Sonntag doch, oder?!”

Der Osterhase, der gerade dabei war, sich ans Steuer zu setzen, ließ seine Barthaare zucken, kniff die Augen zusammen, grinste spitzbübisch und meinte: “In vierzehn Tagen, denke ich. Ich fahre in den Urlaub, Ihr wisst ja Bescheid. Ich wünsche Euch auch viel Spaß!” Bei den letzten Worten wackelte er kurz mit dem linken Ohr, zog die Fahrertür zu und fuhr davon.

Die Wildkaninchen aus Nr. 7 starrten ihm fassungslos hinterher, während sich der Bär, der Behausung Nr.1 im Waldweg bewohnte, nachdenklich am Kopf kratzte. Dann brummte er halblaut: “Oha. Und in drei Tagen ist Ostern. Na danke, Herr Hase!”

Als er sich umdrehte, um in seiner Höhle nach Schreibblock und Papier zu suchen, hörte er noch, wie zwischen den Mitgliedern der Kaninchenfamilie auf der anderen Straßenseite eine lautstarke Diskussion begann, in deren Wortfetzen sich ein langsam anschwellendes Kindergeheul aus dem Bau der Waschbären schräg gegenüber mischte.

-„Fortsetzung“ folgt.-

Besuch

Da bin ich gerade dabei das „8:17“ Bild von der einen kleinen Zoomknipse auf den Rechner zu kopieren, als ein in weiter Entfernung passierender Hubschrauber meine Aufmerksamkeit auf sich lenkt und ich aus dem Fenster schaue. Da ist aber nicht nur der Hubschrauber unterwegs.

Offenbar blicke ich rein Zufällig erstmals seit Tagen zur richtigen Zeit heraus, um den Rotmilan seine gegen den Wind versetzten Runden ziehen zu sehen.

Mist, gerade nun sollte ich die Datenverbindung zwischen Rechner und Kamera lieber nicht trennen.

Also hektisch die andere, ältere Arbeitsdokukamera mit etwas weniger Zoom gegriffen und versucht, etwas zu erwischen.

Der Milan dreht erst etwas weg und ich denke schon, dass es das wohl war und dass er gleich verschwinden wird, aber nein. Ich höre ihn rufen und er scheint zu warten.

Aber worauf?

Kurz darauf kommt aus der Richtung aus der ich ihn beobachte direkt über mir ein zweiter Rotmilan ins Blickfeld.

Zusammen dreht das Paar seine Kreise und schraubt sich höher und höher in den blauen Himmel, bis sie schließlich außer Sicht sind.

Fooling around

So yesterday, after finishing that bank job, which was in fact a bench painting job, I started fooling around with odds and ends from the shed.

Things came together bit by bit and after some sawing and painting I got to that wooden disk on the left. (Please note that fantastic, almost brand new looking bench on the right.)

After cutting up an old veggie tin for a ring and adding a bit of metal and two screws and some further black paint for the „small ironwork“ things ended up like this:

Which all means I will have to get my household halflings today to help me with some digging and minor stonework and finally put that grassy small mound in the far corner of the back garden to some „use“. – Yes, I always wanted to do this.

Have a nice day!

Plum Blossom

Another frosty morning with a clear sky here at the southern coast of the Baltic Sea. But there are some clouds sailing in from the West now.

Went to look after the rabbits which are still in their enclosure (seems their escape tunnel isn’t finished yet) and found the first two plum blossoms of the year on the tree in the back garden. Have a nice day!

Wächter

Auf dem Morgengang, dessen Häufigkeit momentan auch eingeschränkt ist, ein paar Bilder von den grimmigen Löwen- (und Dämonen-?)wächtern in der Toreinfahrt des Fürstenhofes gemacht.

Die Toreinfahrt durchquert den Gebäudeteil des „Neuen Hofes“, den 1553-54 Herzog Johann Albrecht I. anlässlich seiner Hochzeit mit Anna Sophie von Preußen als dreigeschossiges Bauwerk nach oberitalienischen Vorbildern, insbesondere aus Ferrara, als erstes bedeutenden Renaissance-Bauwerk Mecklenburgs errichten ließ.

Als ich gestern am Morgen aus dem Fester sah, zog eine Rauchwolke vom Gebiet der Holzwerke nach Nordosten. Nachts hatte eine große Holzrestehalde Feuer gefangen und beschäftigte den ganzen Tag die Wehren aus Wismar und Umgebung. Die Rauch- und Dampffahnen waren noch bis zum Abend zu sehen.

Die Abkömmlinge werkeln noch an Schulkrams, „Ferien“ sind ja erst ab heute Nachmittag. Der Rest der Familie hat auch nächste Woche nicht „frei“ und muss Heim- und Büroarbeit absolvieren. Hintergrundbeschallung zum Heimschreibtisch heute zunächst mal: Jamie Cullum „Twentysomething“ und Vince Guaraldi Trio mit „Peanuts Greatest Hits“ von Offlinekonserve. Und für danach finden wir dann auch noch was. – Die Kaninchen arbeiten derweil unbeeindruckt von der Weltlage an ihrem nächsten Ausbruchstunnel aus dem Gehege. Mal sehen, wo die dann rauskommen. – Eine Gartenbank zum auffrischenden Anstreichen vorgeschliffen.