Wallberg Neuburg

Heute gibt es einen Kurzblick auf den Wallberg von Neuburg nordöstlich von Wismar, den Ort einer ursprünglich slawischen Hügelburg, die bis ins 13. Jhd. hinein genutzt worden sein soll.

Auf einer Informationstafel wird zur Ortsgeschichte berichtet, dass die Burg als Nachfolgerin der sich in der Nähe befindenden Burg Ilow im Jahre 1171 unter dem Namen „Neuburg“ entstand.

Der Hügel wurde als Standort der Burg ausgewählt, da er bei gutem Wetter eine (heute allerdings durch den Baumbestand auf den Hängen nicht mehr erkennbare) sehr weite Sicht über die Ostseeküste zur Lübecker Bucht bis nach Fehmarn und in Richtung der dänischen Inseln ermöglichte.

Das Plateau wurde mit drei durchgehenden Wällen umbaut, ein vierter kleinerer deckte die Burg zusätzlich nach Norden ab.

Im Jahre 1230 und 1231 wird Johann I. von Mecklenburg als Bauherr der Anlage genannt. Er ließ 1264 mehrere Umbauten an der Burg vornehmen zum Schutz seiner Frau Luitgard. Diese starb drei Jahre später. Danach bewohnte Anastasia, Gemahlin von Heinrich dem Pilger, die Burg.

Als in Wismar der Fürstenhof errichtet wurde, begann man mit dem Umzug dorthin und die Burg wurde nicht weiter genutzt und brauchbare Baumaterialien wahrscheinlich abtransportiert.

Der noch erkennbare Umfang der Befestigungen (mehrere Wälle und Zwischengräben) ist im Vergleich zu anderen Anlagen unserer Gegend eindrucksvoll erhalten.

Das eigentliche Schutzburgareal auf dem Hügelplateau wird bereits seit DDR-Zeiten als Platz für Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft genutzt (die alten Laternen sind noch in Betrieb und eine alte Holzbühne aus der Zeit steht noch) und  wurde und wird weiter gepflegt und mit neuen Bauten (Verkaufsstände, Backofen, Sanitäranlage) für Veranstaltungen wie Konzerte oder Märkte ausgestattet.

Morgen, am 29.06.2019, findet z.B. wieder das alljährliche Burgfest mit Mittelaltermarkt statt.

Vom einstigen Bebauungszustand innerhalb der Burg ist nichts erhalten. –

Als ich mich vor längerer auf dem Platz umsah dachte ich zuerst „Oh, dort in der Ecke steht ja sogar ein Holztier, vielleicht als Kinderspielgerät oder für Bogenschießspäße.“

Aber das – frei nach Ringelnatz – gar nicht so „ganz kleine Reh am (gar nicht so) ganz kleinen Baum“ war weder aus Holz noch aus Gips, sondern ein sehr realer, mich aufmerksam fixierender Rehbock.

Nachdem wir uns dann einige Zeit gegenseitig angeschaut hatten verzog er sich aber bald hügelabwärts über die mit dichtem Unterholz bewachsenen Wälle.

Der Blick beim Abstieg vom Hügel über den Sportplatz geht nach Süden, also von der Küste weg ins Landesinnere.

3 Gedanken zu „Wallberg Neuburg“

    1. Danke schön. Allerdings geben die Bilder den Charakter der Wallreste natürlich nur recht unzureichend wieder (mal abgesehen davon, dass es schön grün ist). Und für das Tier hätte ich dann doch gern ne andere Kamera gehabt. – Ich wollte übrigens heute ein paar Seeufer- und Feuchtgebietsbilder mit einigen Libellen posten, habe das aber dann zurückgestellt – ich habe da heute irgendwo bessere Libellenfotos gesehen … ;o)

    2. Das darf nicht abschrecken. Ich sehe auch oft bei anderen bessere Bilder und poste meine trotzdem. Deine Bilder sind dann schön, wenn sie Dir gefallen.

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